2016-06-06 - Kawasaki gegen Hass

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Quelle: asienspiegel.ch

Vor wenigen Tagen hatte eine rechtsgerichtete Gruppe in der Millionenstadt Kawasaki, Präfektur Kanagawa, eine Demonstration angekündigt, die jedoch im Rahmen des neuen „Gesetz gegen Hassreden“ von der Stadt verboten wurde. Dieses Verbot galt allerdings nur für die Parkanlage, in welcher die Demonstration ursprünglich stattfinden sollte. Schlussendlich verlegten die Demonstranten ihre Aktion auf die Straße und beriefen sich auf das Gesetz der Rede- und Meinungsfreiheit. Dagegen konnte der Bürgermeister dann doch nicht angehen.

 

Statt dessen nahmen nun aber mehrere hundert Bürger die Sache in die Hand: Die Hassredner, bestehend aus etwas mehr als einem Dutzend und mit dem Bestreben, anti-koreanische Propaganda zu betreiben, sahen sich überraschend mit einer Bürgerbewegung konfrontiert, die ganz klar gegen Hass war. Neben Schildern mit Aufschriften wie „Wir dulden keine Hassreden“, „Gegen Rassismus!“ und „Sagt die Demo ab!“ kam es auch zu einem Handgemenge beider Gruppen. Schlussendlich sagte die Polizei die Demonstration der Hassredner ab, da sie die Situation als zu gefährlich einschätzten.

 

Dieses Ereignis hat so manchem Einwohner Kawasakis Mut gemacht, sich auch künftig gegen Rassismus stark machen zu wollen.