2015-03-09 - Merkel ruft Japan zur Kriegserinnerung auf

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Quelle: japantoday.com

Am Montag äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch in Tokyo über die Notwendigkeit, die eigene Kriegsvergangenheit anzunehmen. Allerdings sei es auch wichtig, dass die Nachbarländer dies ebenfalls tun. Grund für diese Äußerungen waren die Vorbereitungen von Premierminister Shinzo Abe für seine Rede anlässlich des 70. Jahrestags bezüglich Japans Niederlage im Zweiten Weltkrieg. Es wird befürchtet, dass diese Rede eine Zerreißprobe für die Beziehungen zwischen Japan zu China und Südkorea bedeuten könnte.

 

Zu Beginn ihrer Ansprache bezog sich Merkel auf eine Ansprache des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, in welcher er das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa als „Tag der Befreiung“ bezeichnete. Weiter hieß es, wer seine Augen vor der Vergangenheit verschließt, sei blind für die Gegenwart.

 

Auf die Frage, wie Deutschland im Stande war, sich mit der eigenen Kriegsvergangenheit auseinanderzusetzen, antwortete Merkel: „Ohne große Gesten unserer Nachbarn wäre das nicht möglich gewesen. […] Aber es herrschte die Akzeptanz in Deutschland, Dinge beim Namen zu nennen.

 

Die Beziehungen zwischen Japan und China sind seit dem letzten Treffen zwischen Abe und dem Staatspräsidenten Xi Jinping vergangenen November zwar etwas aufgelockert, zu Südkorea sind sie jedoch nach wie vor angespannt.