2014-07-07 - Nagoya verlängert Metro-Einsatz bei Nacht
Geschrieben von BettinaQuelle: Asienspiegel
Das öffentliche Verkehrssystem in Japan, besonders in der Hauptstadt Tokyo, ist vorbildlich, zuverlässig und hat eine dichte Taktfrequenz.
Nur nach Mitternacht wird das Verkehrssystem heruntergefahren und steht für einige Stunden still.
Dann bleiben nur noch teure Taxis, das Fahrrad oder der Weg zu Fuß, denn Bahn und Busse ruhen.
Am Längsten verkehrte bisher die Toeido-Linie in Tokyo, deren Bahnservice erst um 1:10 Uhr endete.
Nun macht Nagoya der Linie mit ihrer eigenen U-Bahnlinie Higashiyama Konkurrenz.
Freitags und an Abenden vor Feiertagen fährt diese nun bis 1:15 Uhr.
Somit bringt sie den Kampf um die längste Betriebsdauer im Lande in Schwung. Zwar nur langsam, aber immerhin.
Auch Tokyo versuchte sich im Dezember 2013 bereits, mit dem Hintergedanken an die Sommerspiele 2020, anzupassen.
Zwischen Shibuya und Roppongi verkehrt jeweils am Samstagmorgen ein Nachtbus auf einjähriger Versuchsbasis.
Nach großer Nachfrage in der Anfangsphase flaut diese nun mittlerweile ab. Daher steht die geplante Einführung auf der Kippe.
Kritiker sagen dies läge an der falschen Konzeption des Nachtbusses. So würde der Bus völlig abgekoppelt vom restlichen Verkehrssystem ohne sinnvolle Anschlussverbindung angeboten.
Vielleicht dann doch eher die Verlängerung der Metro, wie es Nagoya vormacht.
Ansonsten bleibt einem in Japan zwischen 0 und 5 Uhr nur: durchmachen, im Kapselhotel übernachten oder laufen.
