2014-12-18 - Osakas "Tattoo-Check" illegal

Geschrieben von
Quelle: japantoday.com

Vergangenen Mittwoch wurde entschieden, dass der sogenannte „Tattoo-Check“ Staatsbediensteter in Osaka nicht rechtens ist. Gegenstand der Verhandlung war der Fall des 56jährigen Busfahrers Tadasu Yasuda: Dieser hatte eine Antwort zu der Frage, ob er Tattoos trage oder nicht, verweigert, woraufhin er nicht mehr als Busfahrer arbeiten durfte und statt dessen zur Ausführung eines Bürojobs verbannt wurde. Der Gerichtspräsident Kenji Nakagaito entschied, dass Tattoos eine Privatsache jedes Menschen sei und die Verurteilung tätowierter Arbeitnehmer eine Diskriminierung darstellt. Die Stadt Osaka muss daher 1,1 Millionen Yen Schadensersatz an Yasuda zahlen (ca. 7.480 Euro). Zudem soll der Geschädigte seine Arbeit als Busfahrer wieder aufnehmen können.

 

Der „Tattoo-Check“ wurde von Osakas Bürgermeister Toru Hashimoto im Mai 2012 eingeführt und betraf seither 35.000 Staatsbedienstete. Bei einer schriftlichen Aufforderung zur Äußerung, ob man tätowiert sei oder nicht, gaben 114 Befragte an, an Armen oder Beinen Tattoos zu haben. Sechs Befragte verweigerten die Aussage, darunter auch Yasuda. Später erklärte Yasuda, dass er selbst gar nicht tätowiert sei, die Frage aber als Eindringen in seine Privatsphäre empfand. Er und die fünf anderen Angestellten erhielten nach der Verweigerung der Befragung ein Disziplinarverfahren.

 

Der Grund für Hashimotos „anti-Tattoo-Kampagne“ liegt darin, dass seiner Auffassung nach Tattoos an Staatsbediensteten in der Öffentlichkeit Unwohlsein bei der Bevölkerung hervorrufen würde. Zudem würde es das Vertrauen in die Stadt untergraben.

Obwohl sich das Image von Tattoos in Japan langsam wandelt und nicht mehr jeder an kriminelle Banden und Yakuza denkt, wenn er jemand Tätowiertem begegnet, hält Hashimoto an seiner Überzeugung fest und lehnt Mitarbeiter mit Tattoos kategorisch ab. „Wir benötigen den Besitz dieser Information. Jeder, der nicht auf diese Frage antwortet, sollte gemeldet und für künftige Stellen übergangen werden“, sagt Hashimoto.