2016-02-22 - Shioya will keine Atommüll-Lagerstätte
Geschrieben vonQuelle: http://shingetsunewsagency.com
Bald jährt sich das Atomunglück von Fukushima zum fünften Mal, und noch immer ist ungewiss, wo der atomverseuchte Abfall, resultierend aus den Aufräumarbeiten, langfristig gelagert werden soll.
Im September 2012 wurde die Stadt Yaita, Präfektur Tochigi, ausgewählt, um dort Lagerungsmöglichkeiten zu errichten. Die heftige Reaktion Yaitas, die rund 33.500 Einwohner umfasst, war jedoch so enorm, dass diese Pläne im Februar 2013 verworfen wurden.
Im Juli 2014 fiel dann die neue Wahl auf die deutlich kleinere Stadt Shioya (ca. 11.500 Einwohner). Wie man sich denken kann, sind aber auch die Anwohner dieser Stadt alles andere als begeistert von den Plänen. Neben Naturmonumenten wie zum Beispiel dem Mount Takahara, die man in solch einer Situation bedroht sieht, gelten auch die geografischen Verhältnisse als bedenklich: Die hügelige Landschaft rund um das geplante Gebiet macht selbiges anfällig für Überflutungen.
Und auch das Image einer Stadt, in welcher solche Lagerstätte errichtet werden sollen, verschlechtert sich deutlich: Shioya lebt in erster Linie von der Landwirtschaft. Schon heute gibt es Menschen die den künftigen Kauf von Reis aus Shioya ablehnen, sollte dort wirklich eine Lagerstätte errichtet werden. Würden die Produkte aus Shioya also aus Angst vor der Strahlung boykottiert werden, würde das den wirtschaftlichen Zusammenfall dieser Stadt bedeuten.
Die Regierung unter Shinzo Abe hat deutliche Schwierigkeiten, eine Möglichkeit für die Endlagerung der verstrahlten Abfälle zu finden, denn die Sensibilisierung der japanischen Bevölkerung wächst zunehmend.
Gegenwärtig wird der umstrittene Müll auf vorübergehenden Lagerstätten aufbewahrt, die jedoch als unsicher gelten bezüglich künftiger Naturkatastrophen oder auch „nur“ härteren Wetterbedingungen.
