2014-12-04 - Verhaftet wegen Kajak in Form einer Vagina
Geschrieben vonQuelle: japantoday.com
Die Künstlerin Megumi Igarashi, die sich selbst Rokude Nashiko nennt (was sich grob mit „verwerfliches Kind“ übersetzen lässt), wurde am Mittwoch von der japanischen Polizei verhaftet. Ihr Vergehen: Ein Kajak in Form einer Vagina.
Bereits im Juli wurde Igarashi schon einmal verhaftet, nachdem sie im Internet eine Spendenaktion ins Leben gerufen hatte, um die Herstellung eines Kajaks in Form einer Vagina mit Hilfe eines 3-D-Druckers finanzieren zu können. Bereits nach einigen Tagen wurde sie wieder freigelassen, nachdem eine rechtliche Beschwerde erhoben wurde und tausende Menschen eine Petition unterzeichneten, mit der sie die Freilassung der Künstlerin forderten.
Ihr erneuter Gefängnisaufenthalt beruht auf den Verdacht, dass sie einen Link versendete, der, laut Angaben der Tokyoter Polizei, „einer großen Anzahl Leute ihren Plan präsentierte, ein Boot mit Hilfe dreidimensionaler, obszöner Angaben zu bauen.“ Weiter heißt es, sie „versuche Leute, die bereit sind ihre Pläne zu finanzieren, dazu zu bewegen, die obszönen 3-D-Daten zu downloaden.“
Angeblich soll Igarashi im vergangenen Mai im Rahmen einer Ausstellung CD-ROMs mit ähnlichen Daten verkauft haben.
In einer Pressekonferenz im Juli sagte die Künstlerin zu den damaligen Vorwürfen: „Ich glaube nicht, dass meine Vagina irgendwie obszön ist.“ Weiter gab sie an: „Ich war mir sicher, niemals der Polizeigewalt nachzugeben.“
Bereits vergangenes Jahr wurde Minori Watanabe, Managerin eines Sex Shops, verhaftet weil sie obszön anmutende Ware in Absprache mit Igarashi im Schaufenster präsentierte. Sie saß vom Oktober letzten Jahres bis Juli diesen Jahres in Haft.
Igarashi drohen nun bei Verurteilung zwei Jahre Gefängnis beziehungsweise eine Strafe von 2,5 Millionen Yen (ca. 16.950 Euro).
Es herrschen in Japan noch immer Gesetze, die das darstellen realer Genitalien verbieten, weshalb zum Beispiel die Aufnahmen von Genitalien in vielen Hentai zensiert oder verpixelt sind.
Über die aus Holz geschnitzten Riesenpenisse sowie den Süßigkeiten in gleicher Form, die beim alljährlichen Kanamara Matsuri (auch „Penisfest“ genannt) präsentiert werden, regt sich indes seit Jahrhunderten niemand auf.
