Inhalt
Das Mädchen in der Ruine
Drei Jahre ist es her, seit Kazeko in einer alten Fabrikruine von einem fremden Mann gefangen gehalten wurde. Zum Glück gelang ihr bereits nach fünf Tagen die Flucht, doch der Vorfall verfolgt sie noch immer. Eines Tages bittet ihre beste Freundin sie um ein Treffen. Sie wolle sie in etwas „einweihen“, wie sie kryptisch erklärt. Kazeko willigt nach erstem Zögern ein, doch am vereinbarten Treffpunkt wird sie von hinten niedergeschlagen und erwacht angekettet in den Ruinen!
Der Mann, der die Musik sehen konnte
Der alte Musiklehrer Sumida ist verbittert und unzufrieden mit seinem Leben. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wird er seit neuestem auch noch von schrecklichen Erscheinungen heimgesucht, die ihn langsam in den Wahnsinn treiben! Immer, wenn die Melodie eines Instruments erklingt oder jemand ein Lied anstimmt, kann er die Töne zu Bildern erwachen sehen. Vielleicht hängen diese Erscheinungen mit dem jungen Mann zusammen, der in einer alten Ruine im Park lebt. Entschlossen sucht Sumida den ungewöhnlichen Wohnort des Fremden auf und erlebt dort sein blaues Wunder.
Das Mädchen in der Kommode
Eines Tages bekommt Modellbauer Toru Besuch von einem jungen Mädchen. Sie ist die Patientin seines Zwillingsbruders, der vor ein paar Wochen verstorben ist. Das Mädchen leidet unter Wahnvorstellungen und fühlt sich nur in ihrer Kommode wirklich sicher. Toru bringt es nicht übers Herz, ihr vom Tod ihres geliebten Sensei zu erzählen und gibt sich darum für seinen Bruder aus. Doch, als er dem Mädchen in die Ruinen eines alten Einkaufsviertels folgt, die angeblich ihr Zuhause ist, wird Toru misstrauisch: Was wäre, wenn dieses seltsame Mädchen etwas mit dem Tod seines Bruder zu tun hatte…?
Der Hügel auf dem Hut
Toma ist heute ein berühmter Hutmacher, der die verrücktesten Hutkreationen für reiche Damen des Adels entwirft. Das war nicht immer so: Seine Mutter war früher eine passionierte Hutmacherin für die Verstorbenen – ein Beruf, der den Hinterbliebenen der Toten zwar Trost spendet, jedoch in der Gesellschaft nicht gut angesehen ist. Toma konnte dem Elend seiner Familie zwar entfliehen. Als er jedoch eines Nachts vom Weg abkommt und in einer verfallenen Ruine Obdach suchen muss, wird er mit den Geistern der Vergangenheit konfrontiert…
Fazit!
Die Mangaka und frühere Illustratorin Tsukiji Nao wurde hierzulande vor allem durch ihre schräge Komödie „Adekan“ bekannt – ein gekonnter Mix aus Comedy, Krimi und Drama. Auch im vorliegenden Werk mischt die Künstlerin wieder die Genres, wobei in „Ruinenmärchen“ die mysteriöse Komponente im Vordergrund steht und nur ein Hauch Humor vorkommt. Der Manga ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, aber durch das Wiederkehren des Ruinen-Motivs auf clevere Weise zusammengehalten werden. Der märchenhafte Charakter der einzelnen Erzählungen wird dabei durch Naos teilweise surrealistische und vom Jugendstil geprägten Zeichnungen noch unterstrichen.
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