Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Und auch dieses Jahr hat unsere Redaktion keine Mühen gescheut, euch ihre Highlights des ausklingenden Jahres 2018 zu präsentieren und damit dem einen oder anderen vielleicht einen Denkanstoß zu geben, was er seinen Liebsten zu Weihnachten unter den Baum legen könnte...!

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Aktuell in Japan:
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Wie baden Japaner?

 
Nur eine heiße Dusche wäre für einen Japaner undenkbar. In Japan badet man. Das gehört dazu wie der Reis zum Abendessen. Ein Tag ohne Bad ist für einen Japaner völlig undenkbar.
Reinigung ist für den Japaner nicht nur Körperhygiene, es ist vielmehr etwas, was die gesamte, japanische Kultur prägt. Deswegen zieht man, wenn man in ein japanisches Haus geht, die Straßenschuhe aus. Es gibt extra einen Absatz, damit man nicht weiter mit Schuhen in das Haus hinein kommt. Denn alles was draußen ist, ist unrein. Dasselbe gilt ebenso für das Badezimmer. Deswegen muss man, wenn man in Japan auf die Toilette möchte, die Schuhe wechseln. Allerdings gibt es auch Leute, die darauf nicht mehr ganz so penibel acht geben und mit den normalen Hausschuhen das stille Örtchen aufsuchen.

Das Badezimmer des Autonormalverbrauchers
Da Toiletten für die Japaner unhygienisch sind, befinden sich diese in den meisten Haushalten in einem separaten Raum. Kommt man in das Badezimmer, findet man sich zunächst in einem Raum wieder, in dem ein Waschbecken hängt. In diesem Zimmer steht meistens ein Wagen, in dem die Wäsche ableget wird. Oftmals führt eine Tür zur eigentlichen Toilette. Traditionelle Toiletten sind nur ein in den Boden gelassenes Porzellanbecken, über das man sich hocken muss, um sein Geschäft zu erledigen. Aber in einem modernen japanischen Haushalt wird man diese kaum noch finden, westliche Toiletten haben hier Einzug gehalten. Wenn eine Familie etwas besser betucht ist, kann man diese Toilette per Knopfdruck bedienen und bekommt von der Porzellanschüssel gleich mal den Hintern gewaschen und gefönt.


Susanne sitzt in der Wanne – Shiburo sitzt im Ofuro
Ein weiterer Raum im Bad ist speziell für die Dusche und die Badewanne. Das Zimmer ist das Ofuro und wird barfuss betreten, der Ausguss ist im Boden eingelassen. Es gibt keine Duschkabine, wie man sie aus europäischen Gefilden kennt. Normalerweise hat man einen Wasserhahn, ein Stück Seife und eine Schüssel. Einige Leute waschen sich nur mit der Schüssel, andere brausen sich ab. Hauptsache, sie sind sauber, wenn sie die Abdeckung von der Badewanne nehmen und in das bis zu 50 Grad heiße Wasser steigen. Das Wasser wird durch diesen wärmeerhaltenden Deckel warm gehalten und bleibt einige Tage in der Wanne. Die ganze Familie badet im selben Wasser, daher ist gründliche Körperreinigung vor der Benutzung unbedingt notwendig. In Japan ist Baden ein sozialer Akt. Wenn die Badewanne zu Hause nicht groß genug für alle ist, wird nach hierarchischer Reihenfolge gebadet: Das Familienoberhaupt zuerst, dann die Männer nach absteigendem Alter und danach auf dieselbe Weise die Frauen. Ist man zu Besuch in einem japanischen Haus, wird man gebeten, das Bad ebenso aufzusuchen. Einem Westler mag es sehr heiß erscheinen, aber so ein Bad ist herrlich erfrischend und entspannend. Wer kann, sollte es einmal unbedingt ausprobieren.




FKK auch in Japan?
Baden ist ein sozialer Akt. Daher gehen Japaner gerne in öffentliche Bäder. Dabei unterscheidet man zwischen Sentō, oder auch Badehaus und heißen Quellen, die sich an der frischen Luft befinden.

Besucht man ein Badehaus, legt man zunächst die Sachen ab. Meistens wird nach Geschlechtern getrennt, aber es gibt auch gemischte Badehäuser. Die Frauen haben hierbei immer das kleinere Becken, müssen sich aber zunächst in einer Reihe aus Duschen und Schüsseln erst einmal, wie zu Hause, gründlich reinigen. Erst dann dürfen sie in das heiße Becken steigen. Diese überdimensionale Badewanne ist meistens mit der im Männerbereich verbunden und nur durch eine Wand, die oft wie ein kleines Gebirge gestaltet wird, abgetrennt. So sind die Schmerzensschreie von der anderen Seite gut hörbar, wenn das Wasser etwas zu heiß ist. Natürlich badet man nackt, Badekleidung ist nicht erlaubt. Man sollte also nicht scheu sein.





Heiße Quellen nennt man Onsen. Japan liegt in einer vulkanisch sehr aktiven Region. Daher gibt es viele heiße Quellen und mehr als 2000 von diesen werden als Badeanlage genutzt. Die meisten Becken befinden sich in der freien Natur. Diese nennt man Rotenburo und sie sind unterschiedlich temperiert. Da sie wirklich sehr heiß sind, kann man, auch wenn draußen Schnee liegt, darin baden. Günstigerweise bewahrt man dabei einen kühlen Kopf.

Auch wenn das Wasser wirklich sehr heiß ist, ist es recht unproblematisch, darin zu baden, wenn man sich vorher etwas damit abschöpft. Es ist sehr entspannend und absolut empfehlenswert. Kein Wunder, dass viele Ausländer, die einige Jahre in Japan gelebt haben, selbst kaum noch auf ein tägliches, heißes Bad verzichten können.




Na dann, Prost Mahlzeit! Die arme Wasserrechnung… Da müsste man wohl doch überlegen, ob man sich nicht eine abdeckbare Badewanne zulegt!
Autor: Anne Ballhaus
Lektor: Diana Erbe
Grafiker: Nathalie Schöps /  Trollosaurus
Datum d. Artikels: 02.01.2011
Bildcopyright: Wikipedia


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