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Pinguine mitten in einer japanischen Kleinstadt und niemand weiß, wo sie herkommen? Ein Grund für Aoyama, diese seltsamen Vorkommnisse zu untersuchen!

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Der Kartograph

Furari (ふらり。)
 

In Japan zu Beginn des 19. Jahrhunderts wollten Karten neu geschrieben werden. Und einer, der dafür verantwortlich war, ist der Kartograph Ino Tadataka. Er wird getrieben von Wissensdrang, Neugier und Aufmerksamkeit, während er jeden Tag seine Wege abläuft und seine Schritte zählt. Was er wohl alles entdeckt?

Inhalt

Japan befindet sich in einem Wandel. Es ist die Zeit des berühmten Haiku-Dichters Basho und die Holzschnitte von Hokusai sind überall zu sehen. In diesem Edo, das später einmal Tokyo werden soll, leben Ino Tadakata – ein Kartograph in Pension und seine Frau. Doch auch wenn der gute Herr eigentlich im Ruhestand ist, so kann er es nicht lassen, täglich seine Spaziergänge zu machen und dabei immer wieder seine Schritte zu zählen. Denn eigentlich hat er einen Traum, von dem seine Frau noch nichts weiß. Wenn seine Schritte gleichmäßig sind und er anhand dieser gut messen kann, so möchte er gerne ganz Japan vermessen und eine genaue Karte zeichnen. Darauf bereitet er sich vor.

Doch während seiner Spaziergänge findet er immer wieder neue Dinge, die seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Wie es wohl wäre die Gegend als Vogel, Schildkröte, Katze oder sogar Baum zu betrachten? All das stellt er sich vor und erlangt so eine ganz andere Sicht auf die Welt, die ihn umgibt.
Doch er begegnet auch Personen. Dem Schuhmacher auf der Brücke, dem angehenden Dichter, der seine Kunst lebt und alle haben eine andere Ansicht auf das Leben. Dies sind die Dinge, die den Kartographen dazu bringen, auch einmal stehen zu bleiben und das Leben zu überdenken.
Er findet in jeder Lebensform und in jeder Einstellung etwas, dass er für sich verinnerlicht und zu seinem eigenen Charakter macht. Seine geradezu kindliche Fantasie und Neugier kann kaum gestoppt werden.
Doch irgendwann reicht es seiner sonst so nachsichtigen Frau. Als er immer und immer mehr technische und wissenschaftliche Gegenstände mit nach Hause bringt und ihr Haus fast darin versinkt, macht sie sich stark und bringt ihren Mann dazu, ein wenig mehr auf sie einzugehen. Denn sie versteht ihn wie keine zweite und ist ebenso neugierig, was es mit Walen und Elefanten in der Stadt auf sich hat.
Wie wird sie jedoch reagieren, wenn sie hört, dass ihr Mann weit weg gehen wird?

Details

Wieder einmal liegt hier eine von Jiro Taniguchis Graphic Novels vor, die sich schlecht beschreiben lässt, da sie mehr auf einer gefühlstechnischen Ebene, als auf einer geschriebenen basiert. In vielen kleinen Kapiteln beschreibt er die Abenteuer des Kartographen, während er versucht, seinen Lebenstraum zu verwirklichen und bindet dabei auf sehr menschlicher Ebene seine Frau sowie die Tierwelt und Natur mit ein. So bekommt man nicht nur ein gutes Bild von Edo zu Beginn des 19. Jahrhunderts, sondern vor allem auch einen Einblick in das kindliche und offene Wesens des Protagonisten, der seinerseits die Welt, in der er lebt, mit den Augen unterschiedlicher Wesen wahrnimmt.
Autor:
Lektor: Aylin Hoffmann
Grafiker: Denise Augustin
Veröffentlichung:
28.03.2014
Jiro Taniguchi, Kodansha, Carlsen


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