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Unter maritimen Motto legte die „S. S. Animuc“ vom 26. bis 28. April für eine Rundfahrt durch Anime, Comic und Games ab. Passend dazu war das Wetter zum Teil stürmisch – was der Stimmung keinen Abbruch tat.

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Children who chase lost voices

Originaltitel: Hoshi o Ou Kodomo (星 を 追う 子ども)
 

In einer von Menschen vergessenen Welt, in der die alten Götter noch herrschen, liegt der Schlüssel zur Wiedererweckung der Toten. Asuna, der junge Shin und ihr Lehrer Morisaki haben alle einen geliebten Menschen verloren. Jetzt brechen sie auf, um ihre Lieben zurückzuholen.

Inhalt

Seit dem Tod ihres Vaters lebt die Mittelschülerin Asuna alleine mit ihrer Mutter in einem japanischen Dorf. Wenn die Mutter arbeiten ist, stiehlt sich das Mädchen aus dem Haus und lauscht auf einem Felsen den Klängen eines Kristallradios, das ihr Vater gebaut hat. Eines Tages empfängt sie damit eine seltsame Melodie und ahnt noch nicht, dass dieses Lied aus einer weit entfernten Welt stammt, die Agartha genannt wird und für die Menschen nur noch in Legenden existiert. Doch die Tore von Agartha haben sich geöffnet und ein Monster aus vergangenen Zeiten entfesselt. Als Asuna auf dem Heimweg von dieser Bestie angegriffen wird, kommt ihr ein Junge namens Shun zur Hilfe, mit dem sie sich anfreundet. Ein paar Tage später wird Shun jedoch tot aufgefunden und Asuna macht sich zusammen mit Shuns Bruder, ihrem Lehrer Morisaki und einer magischen Katze auf den gefährlichen Weg nach Agartha, um die Geheimnisse von Leben und Tod zu ergründen …

Children who chase lost voices
Dt. Publisher:Kazé
Erscheinungstermin:27.07.2012
Preis (Amazon):27,99 €
Synchronfassungen:Deutsch, Japanisch
Untertitel:Deutsch
Spiellänge:116 Minuten
FSK:Ab 12 Jahren
Bestellen:Bei Amazon
Genres:Drama, Fantasy, Slice of Life
ProduzentenMakoto Shinkai, Media Factory
AnimationsstudioCoMix Wave Fims
Animexx:DVD-Eintrag

Details Der Film sticht bereits durch seine Länge von gut zwei Stunden (116 Min.) hervor, was für einen Anime relativ lang ist. Hier zeigt sich, dass sich Regisseur Makoto Shinkai viel Zeit genommen hat, um seine Geschichte zu entwickeln und dass er sich internationale, abendfüllende Produktionen zum Vorbild genommen hat - wie z.B. die Disney Filme, die eine breite Masse erreichen. Es war sein ausdrückliches Vorhaben, mit „Children who chase lost voices“ ein Werk zu kreieren, das auch ein internationales Publikum anspricht.

Im Interview, welches auch auf dieser DVD zu finden ist, erklärt er, dass die Idee des Films auf einem Jugendbuch basiert, das er als Kind aus einer Schulbücherei entliehen hatte. Dieser Einfluss zeigt sich stark in der gesamten Produktion, die auf der einen Seite märchenhafte Züge trägt und auf der anderen Seite dem Zuschauer etwas vermitteln möchte. Es geht um Liebe, das Erwachsenwerden und um den Umgang mit Verlusten, die zum Leben dazugehören.

Für die deutsche Premiere in Hannover am 09. Juli 2012 reiste Makoto Shinkai sogar extra nach Deutschland und bewies damit, dass er es wirklich ernst damit meinte, seinen Film diesmal auch einem internationalen Publikum näher zu bringen.









Umsetzung

Anders als bei seinen vorherigen Produktionen wie „5 centimeters per second“ oder „Voices of a distant star“ war Makoto Shinkai bei „Children“ nicht allein für Regie, Originalvorlage, Drehbuch und Storyboard verantwortlich, sondern holte sich tatkräftige Unterstützung aus den Comix Wave Studios und bezog auch andere Mitarbeiter ein, wie z.B. die Autorin Saya Matsuda. Dadurch ändert sich natürlich die Erzählart des Films, doch auch optisch weicht „Children“ stark von Shinkais anderen Werken ab. Diesmal wurde bewusst auf eine Studio Ghibli Optik gesetzt, was besonders bei der Gestaltung der mystischen Wesen und dem Charakterdesign der Figuren auffällt. Aber auch den Hintergründen wurde besondere Beachtung geschenkt, sie sind weich gezeichnet, ohne viele digitale Filter und sollen realistisch wirken.

Die deutsche DVD-Umsetzung gibt sich Mühe, all diese Besonderheiten gut zur Geltung zu bringen. Das Bild ist äußerst klar und kontrastreich und selbst der Ton wurde sowohl in DD 2.0 als auch in DD 5.1 bereitgestellt. Die gelben Untertitel sind von gewohnt guter Qualität und auch die deutsche Synchronisation ist sehr hochwertig und zeugt von sorgfältiger Sprecherauswahl.

Menü

Das Hauptmenü der DVD passt hervorragend zur Atmosphäre des Films. Es ist nicht zu überladen und gleichzeitig gut zu navigieren. Der obere Teil ist dynamisch und zeigt fortwährend bewegte Szenen aus dem Film. Der untere Teil des Bildes ist schwarz und das aus gutem Grund, denn dort erscheinen die einzelnen Optionen, wenn man einen Menüpunkt aus der weißen Leiste darüber anwählt. Man wird also in keine Untermenüs geleitet, was einigen sicherlich gefallen wird, weil die Navigation so weniger Zeit beansprucht. Andere vermissen vielleicht aufwändige Animation beim Wechsel der Menüs, darum ziehen wir in unserer Wertung auch einige wenige Punkte ab. Grundlegend kann man dennoch sagen, dass das Menü zum Film passt und stimmig ist. Zur Auswahl stehen folgende Optionen: Abspielen, Sprachen und Untertitel, Kapitel, Bonus, Credits und Trailer. Unterlegt wurde alles durchgehend mit dem Ending Song „Goodbye and Hello“, einem ruhigen Lied mit Klavierbegleitung.




Verpackung

Die DVD befindet sich in einem Digipack aus Karton, auf dessen Frontseite ein Bild von Asuna in ihrem Heimatdorf zu sehen ist; das FSK 12 Zeichen wurde in die untere linke Ecke gedruckt. Für die Rückseite und den Innenteil des Digipacks hat man sich für zwei eher dunkle Bilder aus den Höhlen entschieden, die Asuna und ihre Freunde im Film durchqueren müssen, um nach Agartha zu gelangen. Geschützt wird das Ganze durch einen äußeren Schuber, der kein FSK-Zeichen trägt und auch ein anderes Coverbild zeigt. Auf der Rückseite des Schubers finden wir dann auch die Inhaltsangabe, Screenshots und technische Angaben wie Spielzeit, Sprachen etc.

Extras

Als Bonus finden wir auf dieser DVD ein 45 Minuten langes Making Of sowie die die Originaltrailer. Das mag auf den ersten Blick etwas mager wirken, aber das Making Of macht ein Booklet im Grunde überflüssig, denn es ist relativ lang und zeichnet die Entstehungsgeschichte des Films von den Anfängen bis zur japanischen Premiere nach. Dabei steht Makoto Shinkai Rede und Antwort und berichtet, was ihn inspiriert und bewegt hat und was er mit dem Film vermitteln möchte. Der Zuschauer bekommt einen Einblick in die Produktion, die Synchronarbeiten und die technische Gestaltung. Alles ist natürlich auf Japanisch und mit deutschen Untertiteln. Andere Gimmicks wie Postkarten oder Sticker wären vielleicht noch nett gewesen.




Fazit

„Children who chase lost voices“ ist ein typischer Makoto Shinkai Film und dann doch wieder nicht. Man merkt, dass sich der Regisseur bewusst weiterentwickelt hat und dabei dennoch seiner perfektionistischen Art treu geblieben ist. Das Werk ist in der Tat ein abendfüllender Unterhaltungsfilm, dem man das viele Herzblut anmerkt, das in seine Produktion gesteckt wurde. Da steht die deutsche Bearbeitung auch in nichts nach. Die Stimmen passen sehr gut, das Bild und der Ton sind auf der Höhe der Zeit und die DVD-Umsetzung von Kazé ist eine Bereicherung für jeden Sammler. Abzüge gibt es in unserer Wertung nur für geschmacklich bedingte Kleinigkeiten und dem recht hoch angesetzten Preis von knapp 28 Euro.

Inhalt
Inhalt
1

Bild
Bild
1

Ton
Ton
1

Synchronisation
Synchronisation
1

Gesamtnote


1.5
Untertitel
Untertitel
1

DVD-Menü
DVD-Menü
2

Extras
Extras
2.5

Preis/<br>Leistung
Preis/
Leistung
3

Autor:
Lektor: Christine Schäffer
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 10.02.2013
Bildcopyright: Makoto Shinkai, Kazé, CoMix Wave Fims, Media Factory


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