Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Japanische Süßigkeiten sind...anders. Wie anders, das haben fünf unserer Redakteure in "spektakulären Selbsttests" herausgefunden und die Ergebnisse wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten...!

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Der Dieb
 

Taschendiebstahl als Kunst – als Überlebenskunst. Bis die Kunst das Überleben gefährdet.
Inhalt Auf den Straßen Tokios treibt sich Taschendieb Nishimura herum, stiehlt aus den Taschen der Menschen – vorwiegend der reicher Menschen. Detailliert gibt der Ich-Erzähler sein Vorgehen wider, beschreibt den Kick, den er fühlt, wenn es ihn wieder in den Fingern juckt, und einen Turm, der ihm in der Ferne erscheint, wie eine fremde Macht. Als er in eine größere Sache verwickelt wird, verschwindet er eine Weile aus Tokio, bis die Luft rein zu sein scheint. Doch er rechnet nicht damit, dass einer der Mächtigen der japanischen Unterwelt ihn nie aus den Augen gelassen hat. Noch dazu hängt sich das Kind einer Prostituierten an seine Fersen und Nishimura wird zum Wohltäter. Diese gute Seite scheint ihm zum Verhängnis zu werden. Sein früherer Auftraggeber Kizaki lässt seine Macht spielen, weiß die Menschen wie Schachfiguren zu bewegen und auszulöschen, wenn es ihm beliebt. Kann Nishimura dem Sog der Unterwelt entkommen?

Die Geschichte wird in nüchterner Sprache erzählt, die sich nicht mit unnötigen Schnörkeln aufhält und scheint auf ihre Figuren zugeschnitten zu sein. Der düstere Ton kommt durch sie überzeugend zum Tragen, allerdings bleiben die Figuren blass. Viel stärker rückt der hierarchische Unterschied der Mitglieder der Randgruppe einer Gesellschaft in den Vordergrund. Wirkt Nishimura bei seinen Diebstählen seinen Opfern durch seine Präzision und seine Erfolge überlegen, wird er zu einem kleinen Rädchen im Getriebe, als Kizaki auftaucht. Dieses Machtspiel macht den Roman „Der Dieb“ interessant.
Der Dieb (detebe)
 
Autor:Fuminori Nakamura
Seiten:224
Verlag:Diogenes
Erschienen:18.01.2017
ISBN:9783257243765
Preis:12,00 €
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Genre:Belletristik, Krimi/Thriller
Ursprungsland:Japan
Originaltitel:Suri
Originalverlag:Kawade Shobo Shinsha Ltd.
Erstveröffentlichung:2009

Fazit Mit nur 224 Seiten eignet sich das Buch gut als Lektüre für zwischendurch. Die Figuren sind authentisch, auch wenn nur an der Oberfläche gekratzt wird. Mancher wird dies als störend empfinden, zusammen mit der Erzählart jedoch, ist es in sich stimmig. Nakamura nutzt altbekannte Motive und die Geschichte ist nicht neu, dennoch hat „Der Dieb“ Unterhaltungswert und lohnt für Freunde von Thrillern.
Autor: /  Yanis
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 28.12.2017
Bildcopyright: Diogenes Verlag


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