Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Natürlich fand auch 2017 das jährliche Filmfest der Nihon Media e.V. statt. Mit über achtzig Filmproduktionen wurde dieses Jahr das Thema „Zwischen Hart und Zart – Japans Kino der verlorenen Unschuld" vom 31.05. - 04.06.2017 gewählt.

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Aktuell in Japan:
24.07. - 25.07.: Tôkyô – Tenjin Matsuri (regional) | 06.08.: Hiroshima – Friedensfest (heiwa matsuri) (regional) | 01.08. - 07.08.: Aomori – Attrappenfest (nebuta matsuri) (regional) | 04.08. - 07.08.: Akita – Balancierfest (kanto matsuri) (regional) | 06.08. - 08.08.: Sendai – Sternenfest (regional)
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Kamikaze - Todesbefehl für Japans Jugend
 

In Japan galten sie als Kriegshelden, im Ausland schüttelt mancher noch heute seinen Kopf über sie: Kamikaze-Piloten, die sich kurz vor Kriegsende opferten, um ihrem Land doch noch zum Sieg zu verhelfen. Aber geschah diese Aufopferung wirklich so freiwillig, wie immer behauptet wird...?
Inhalt Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als es schon so aussah, als würde Japan als Verlierer aus diesem Kampf herausgehen, entwickelte das japanische Militär eine neue Taktik: Die Piloten sollten sich, gemeinsam mit einer an der Maschine befestigten Bombe, auf Schiffe der US-Marine stürzen, um diese damit zu versenken. Dieses Vorgehen beinhaltete jedoch auch den sicheren Tod eines jeden Piloten. Im Ausland wurden diese Einsätze als „Kamikaze-Flüge“ bekannt und es hieß, dass alle beteiligten Piloten diese Entscheidung freiwillig getroffen hätten, um aufopferungsvoll ihrem Vaterland zu dienen.

Dass diese Freiwilligkeit eine Lüge ist, sagen einige wenige Überlebende aus jener Zeit. Dass Japan seine Kriegsvergangenheit gerne beschönigt, ist inzwischen kein Geheimnis mehr und zu dieser Beschönigung gehört auch die Kamikaze-Romantik. Denn ein paar der damals teilnehmenden Piloten haben diesen unglaublichen Kampfeinsatz überlebt und wissen Fakten zu berichten, die das japanische Militär niemals an die Öffentlichkeit gelangen lassen wollte.

Der Reporter Klaus Scherer hat sich aufgemacht und jene Zeitzeugen besucht und interviewt. Aus diesem Material entsprang im Jahre 2000 eine dreißigminütige Fernsehreportage, ein Jahr darauf folgte das Buch. In ausführlichen und sehr einfühlsamen Interviews wurde immer deutlicher, dass viele Dinge in der Realität ganz anders abliefen, als man es nach außen hin erscheinen lassen wollte. Zu den Interviewpartnern gehören die Piloten Kenichiro Onuki, Kensuke Kunuki, Shigeyoshi Hamazono, Masamichi Shida, Fujio Hayashi und Harukazu Oshima, Onukis Schwester Fusako Atsumi, Seiichi Araki (der Bruder eines verstorbenen Piloten), der Piloten-Lehrer Nobuyoshi Nishikawa, die Zeitzeugen Chino Kuwashiro und Reiko Akabane sowie die US-Marinesoldaten Bill Simmons und James Trull.
Kamikaze: Todesbefehl für Japans Jugend. Überlebende berichten
 
Autor:Klaus Scherer
Seiten:172
Verlag:Iudicium Verlag
Erschienen:01.05.2001
ISBN:9783891297285
Preis:14,50 €
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Genre:Erzähltes Leben, Geschichte, Japan

Fazit Dadurch, dass man die Geschichte von Zeitzeugen erzählen ließ, reichen die Informationen tiefer, als wenn Außenstehende eine Zusammenfassung der Ereignisse beschrieben hätten. Es werden zum Teil sehr berührende Szenen beschrieben, ebenso aber auch welche, die für Westler vielleicht nicht immer so leicht nachvollziehbar sind. „Kamikaze – Todesbefehl für Japans Jugend“ dient aber in jedem Fall als klares Aufklärungswerk, auch für Leser, die sich mit dieser Thematik zuvor kaum befasst haben.
Autor:
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 15.05.2017
Bildcopyright: Iudicium Verlag


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