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Nicolas Chauvat hat uns zum Erscheinen seines Ratgebers "Genki: Die 10 goldene Regeln aus Japan" Rede und Antwort gestanden. Erfahrt in unserem Interview, warum er sich entschieden hat, dieses Buch zu schreiben und woher seine Leidenschaft für das Land der aufgehenden Sonne rührt!

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Liebe und Sinnlichkeit
 

Der Unterschied zwischen östlicher und westlicher Literaturgeschichte? Nun, wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, seid ihr hier genau richtig. Informiert euch über Tanizaki Jun’ichiros Essay zu diesem Thema.
Inhalt Wo genau liegt eigentlich der Unterschied zwischen westlicher und östlicher Kulturgeschichte? Worin unterscheiden sich die alten und angesehenen Werke und wie sehr hat sich der Geschmack der Menschen verändert?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Essay „Liebe und Sinnlichkeit“ von Tanizaki Jun’ichiro. Eigentlich, so sollte man meinen, ist der Unterschied recht klar: Verborgenes in den alten Traditionen, Samurai, das Leben in der alten Zeit – doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn der eigentliche Unterschied liegt tatsächlich eher in einer anderen Richtung. Liest man dieses Werk, werden dem Leser schnell die Tatsachen vor Augen geführt. Zwar stimmt es, dass es vor allem die inhaltlichen Hauptelemente sind, die die Verschiedenheit zum Ausdruck bringen, doch betrachtet man westliche Literatur, so merkt man auch schnell, dass eigentlich die meisten bedeutenden Werke auch nur von einem Thema handeln: Liebe.

Und so fällt es schon nicht schwer, sich den Rest zu denken. Denn das Land, das heute tonnenweiße Shojo-Manga produziert, war nicht immer so offen in Sachen Liebe. Eigentlich war es nicht gerade hoch angesehen über solche Themen zu berichten und vieles, was heute als harmlos angesehen würde, war damals schon beinahe anrüchig und verpönt. Wichtiger war Literatur, die sich mit anderen Themen beschäftigte: Kriegsführung, dem Regieren eines Landes, politischen Themen, Heldengeschichten und ähnliches wurde als wirklich wichtig und somit auch als die eigentliche und ausschließlich „richtige“ Literatur betrachtet. Alles andere wurde zwar durchaus gelesen, aber niemals an der Öffentlichkeit diskutiert oder erwähnt – hatte sich das Werk auch noch so gut verkauft. Dieser Essay geht vor allem darauf ein, warum das so ist, zieht aber auch harte Schlüsse, die die Geschichte Japans nicht außen vor lassen. Es zeigt auf, dass manche Geschichten, die vor langer Zeit geschrieben wurden und viele gute Kritiken mit sich brachten, nur wenige Jahrzehnte später lieber verfeuert als gelesen wurden.
So bekommt man also nicht nur einen Einblick in die Literaturgeschichte – vornehmlich von Japan und China, sondern auch von anderen japanischen Künsten und wie sie zu Liebe und Sinnlichkeit standen. Man bekommt einen kleinen Einblick in die japanische Geschichte und wie sich das Denken der Menschen mit der Zeit veränderte, auch was Literatur betraf.
Liebe und Sinnlichkeit
 
Autor:Junichiro Tanizaki
Seiten:88
Verlag:Manesse
Erschienen:21.03.2011
ISBN:9783717540809
Preis:14,95 €
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Genre:Klassiker, Geschichte
Ursprungsland:Japan
Originaltitel:Ren’ai oyobi shikijo
Originalverlag:978-3-7175-4080-9
Erstveröffentlichung:1931

Fazit Der Essayist Tanezaki Jun’ichiro lebte von 1886-1965 und war eigentlich eher als Autor von Romanen bekannt. Er schrieb zwar auch einige Theaterstücke und natürlich Essays, die allerdings beinahe in Vergessenheit gerieten. Es ist interessant, die Meinung eines fachkundigen Inländers über die eigene Geschichte und die japanische Einstellung zu Liebe in der Populärkultur zu lesen, vor allem, weil sein Essay einen sehr romanartigen Stil hat und durchaus auch ein wenig ausschweift, ohne dabei wirklich das Thema zu verlieren. Es werden jedoch auch viele Namen und alte Stücke genannt, die zwar alle im hinteren Teil vermerkt und erklärt sind, bei denen es aber vielleicht doch noch interessanter wäre, wenn man sie vielleicht selbst schon kennt.
Autor: /  Celest_Camui
Lektor: Christine Schäffer
Datum d. Artikels: 15.01.2012
Bildcopyright: Manesse


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