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Das alte Japan, Sagen, Mythen, Märchen, Bräuche
 

Algernon Bertram Mitford hat Bräuche und Erzählungen rund um das alte Japan, der Samurai, Edelmänner und Kaufleuten recherchiert. Er besuchte Originalschauplätze und Grabstätten von sagenumwobenen Helden und schildert all das in diesem vor über hundert Jahren entstandenen Sammelband.
Inhalt Das Buch eröffnet mit einem einleitenden Vorwort und einer kurzen Überblick gebenden Zusammenfassung des Inhalts.
Der sich anschließende Hauptteil ist in siebzehn Kapitel mit diversen Unterkapiteln gegliedert. Diese befassen sich ausführlich mit einem bestimmten Thema oder erzählen eine einzelne länger Geschichte. Dabei geht der Autor häufig vor oder nach der eigentlichen Erzählung auf die Umstände seiner Recherche ein, gibt Eindrücke seiner Reise zu Originalschauplätzen oder Heldengrabstätten wieder. Illustriert ist das Werk durch zahlreiche schwarz-weiß Holzschnitte, die zumeist Szenen aus den Erzählungen zeigen, oder auch Schauplätze von Geschichten zum Zeitpunkt der Recherche des Autors.
Gleich das erste Kapitel ist eine der wohl bekanntesten japanischen Erzählungen überhaupt: die tragische Heldensage der „Die siebenundvierzig Ronin“. Sie erzählt die Geschichte einer Gruppe herrenloser Samurai, die ohne Rücksicht auf das eigene Schicksal, ihr Leben ihrem zu Unrecht getöteten Anführer weihen, um Rache für diesen zu nehmen.
Auch die nächsten Kapitel sind längere Erzählungen. Der tragischen Liebesgeschichte des aus Liebe zum Dieb und Mörder werdenden Gompatschi und seiner Geliebten Komurasaki folgen die Erzählung von „Kasumas Rache“ und die der Otokodaté von Jedo, einer berühmten Bruderschaft des alten Tôkyô.
In „Asakusa und die japanischen Schau-, Lust- und Trauerspiele“ erfährt der Leser anschließend über die verschiedenen traditionellen japanischen Theaterküste, den Inhalt einiger Nô-Stücke und das ehemalige Künstlerviertel Asakusa.
Danach berichtet eine Erzählung mit dem Titel „Die wundervollen Abenteuer des Funakoschi Dschujémon“ von der Rache eines Edelmannes an seiner ehebrecherischen Frau und deren Liebhaber, einem Ringer. In diesem Zusammenhang beschreibt der anschließende „Exkurs über die japanischen Preisfechter“ die japanische Sumô-Kultur, seine Geschichte, Regeln und Gebräuche.
In der Liebesgeschichte „Das Etamädchen und der Hatamoto“ wird die tragisch endende Beziehung zwischen einem Edelmann und einem Mädchen der Eta, einer im feudalen Japan als „unrein“ betrachteten Kasten, geschildert, über welche man im anschließenden „Exkurs über die Eta“ mehr erfährt.
In dem nächsten Kapitel sind neun kurze japanische Märchen wiedergegeben. Darunter so bekannte wie „Das Gefecht des Affen mit der Krabbe“ oder „Klein-Pfirsichs Abenteuer“, das von den Erlebnissen des aus einem Pfirsich geborenen Jungen Momotaro auf der Insel der Menschenfresser handelt.
Das Kapitel „Der Geist von Sakura“ setzt sich neben verschiedenen Geistererzählungen mit dem Verhältnis japanischer Pächter zu ihren Grundherren auseinander und enthält ein Unterkapitel über die Grabstätten von Schogunen.
Die darauf folgende Geschichte „Wie Tajima Schumé von einem Teufel gequält wurde, den er sich selbst geschaffen hatte “ berichtet von einem fahrenden Ritter, der durch einen Pakt mit dem Teufel zu großem Reichtum und Glück gelangt, schließlich aber an seinem schlechten Gewissen zu verzweifeln droht.
Das neunte Kapitel des Werkes befasst sich mit verschiedenen Arten von Aberglauben im alten Japan und beinhaltet einige kurze Märchen, die sich meist um Tiere wie Dachse und Füchse drehen, denen in Japan übernatürliche Fähigkeiten zugeschrieben werden.
Anschließend werden drei Predigten wiedergegeben, in deren Mitte je eine kurze lehrreiche Geschichte steht.
Der vorletzte Abschnitt ist „Ein Bericht über das Harakiri“, der ausführlich die alte japanische Praxis der Selbsttötung mittels Bauchaufschlitzens und deren komplexe Zeremonien beschreibt.
Im letzten Kapitel werden abschließend „Verschiedene Feierlichkeiten, Zeremonien und Gebräuche der Japaner“ behandelt, wobei Hochzeitsgebräuche, Geburt und Kindererziehung sowie Begräbnisbräuche jeweils in eigenen Unterkapiteln behandelt werden.
Das alte Japan, Sagen, Mythen, Märchen, Bräuche
 
Autor:Algernon Bertram Mitford
Seiten:558
Verlag:Anaconda
Erschienen:01.01.2007
ISBN:9783866471436
Preis:9,95 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Geschichte, Reiseführer/Reisebericht, Japan
Ursprungsland:Großbritannien
Originaltitel:Tales of Old Japan
Originalverlag:Macmillan
Erstveröffentlichung:1871

Fazit Algernon Bertram Mitford verfasste „Das alte Japan“ 1871, also vor über 100 Jahren. Das merkt man dem Buch vor allem an seiner Sprache an, was jedoch keineswegs negativ auffällt. Im Gegenteil, Mitfords Ausdrucksweise ist vielleicht nicht mehr zeitgemäß, aber in jedem seiner wohlgewählten Worte spiegeln sich sein Respekt und seine Faszination für die fremde Kultur wieder. Die alte Sprache trägt zudem viel zu dem Charme und der Authentizität seiner Berichte und Erzählungen bei. Auch, weil sie in einem Maße elegant ist, dass sie auf den heutige Leser stellenweise fast schon komisch wirkt. Schade ist jedoch, dass japanische Begriffe nicht in der heute üblichen Schreibweise wiedergegeben sind, sodass man oft nur raten kann, welches japanische Wort sich dahinter verbergen könnte.
Trotz dieses kleinen Wehrmutstropfen ist dieses Buch ein sehr abwechslungsreiches, toll recherchiertes Werk und interessantes Zeitdokument, das einen sehr vielseitigen Einblick in eine japanische Kultur gibt, die einen heute oft befremdet, sicher aber fasziniert. „Das alte Japan“ ist kein Buch, das sich dafür eignet, es an einem Stück durchzulesen, aber es ist ein Buch, das man immer wieder hervornehmen kann, um einzelne Kapitel nachzulesen und darin zu schmökern.
Autor: /  Kaychi
Lektor: Regina Liebersbach /  Chimi-mimi
Datum d. Artikels: 05.10.2012
Bildcopyright: Algernon Bertram Mitford, Anaconda Verlag


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