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Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Tōkyō – Die Millionen-Metropole

 
Nicht nur eine der modernsten und größten Städte der Welt, sondern ebenso kulturelles, politisches wie wirtschaftliches Zentrum mit langer Geschichte.
Tōkyō existiert schon seit vielen Jahrhunderten, damals war es jedoch unter dem Namen Edo bekannt und galt als relativ unbedeutendes und nicht allzu großes Fischerdorf. Als eigentlicher Stadtgründer gilt Ōta Dōkan, der sowohl Samurai als auch Dichter, ausgezeichneter militärischer Taktiker sowie buddhistischer Mönch gewesen ist. Ihm ist es zu verdanken, dass 1457 die Burg zu Edo in Tōkyōs heutigem Stadtteil Chiyoda erbaut worden ist.

Zu Beginn des Tokugawa-Shōgunats im Jahre 1603, als Ieyasu Tokugawa Edo zur Hauptstadt des Shōgunats kürte, wurde aus dem ehemaligen Fischerdorf das Zentrum der wahren Macht in Japan. Denn während der Shōgun der wahre Herrscher Japans war, stellte der Tennō, also der damalige Kaiser, eine unbedeutende, ja sogar machtlose Rolle dar und residierte auch weiterhin in der noch offiziellen Hauptstadt Kyōto. Tōkyō hingegen gewann immer weiter an Bedeutung im politischen und wirtschaftlichen Bereich. Tōkyō ist bekannt dafür, dass es mehrmals jährlich von Naturkatastrophen wie Taifunen oder Erdbeben heimgesucht wird. Im 17. Jahrhundert zählten Brände ebenfalls zu den Ereignissen, die durch die dichte Bebauung der meist aus Holz bestehenden Häuser zu einer Katastrophe führen konnten. So gab es in Tōkyōs Vergangenheit mehrere verheerende Brände, von denen der schlimmste allerdings der im Jahre 1657 war. Durch diesen Großbrand wurden mehr als 60 Prozent der Stadt zerstört und er forderte mehrere tausend Menschen das Leben. Nach dem Brand wurden vor allem Schutzvorkehrungen für Brandfälle getroffen und außerdem wurde die Struktur der Stadt auch zur Verstärkung der Verteidigung der Burg zu Edo hingehend neu geordnet. Von nun an waren Schreine, Tempel aber auch Wohnhäuser der Einwohner in den Außenbezirken der Stadt zu finden.

Während der Meiji-Restauration 1868 wurde Tōkyō durch Kaiser Meiji zur neuen Hauptstadt Japans ernannt. Zur gleichen Zeit begann man auch damit, in der Region ein Eisenbahnnetz für den Nah- und Fernverkehr aufzubauen. Einige Jahre später, 1872, wurde Tōkyō erneut durch einen Großbrand teilweise zerstört und sollte nun nach westlichem Vorbild wieder aufgebaut werden.






Schon im 19. Jahrhundert war Tōkyō mit über einer Million Einwohner kurzzeitig die größte Stadt der Welt und zählte lange zusammen mit London zu den einzigen Millionenstädten, die es zu der Zeit gegeben hatte. Seit damals ist die Bevölkerungszahl stetig gestiegen und beträgt nun knapp ein Viertel der Gesamtbevölkerung Japans. Die Grenzen der Randbezirke Tōkyōs erstrecken sich in einer Entfernung zwischen 40 und 70 km vom Stadtzentrum. Insgesamt besteht Tōkyō aus 23 Hauptstadtbezirken, die alle autonom sind und als eigenständige Kommunen beziehungsweise Städte mit einem eigenen Bürgermeister angesehen werden. Zu den wohl bekanntesten dieser Bezirke gehören Shibuya und Shinjuku. In den 23 Hauptstadtbezirken wohnen insgesamt fast 8,5 Millionen Menschen während das Ballungsgebiet Tōkyōs, das neben den Hauptstadtbezirken noch die Vororte der vier Präfekturen Chiba, Yamanashi, Kanagawa sowie Saitama umfasst, eine Bevölkerungszahl von über 34,4 Millionen vorweisen kann und somit ein Viertel der Gesamtbevölkerung beträgt. Die Stadt liegt in der Region Kantō im östlichen Teil der größten japanischen Insel Honshū vor der Tōkyōter Bucht. Die Hauptstadt Japans liegt in einer der Erdbebenaktivsten Zonen der Erde, sodass leichte Beben fast schon an der Tagesordnung stehen und dies wohl auch einer der Hauptgründe sein dürfte, warum man in japanischen Wohnungen niemals hängende Regale finden wird. Zu einem der schwersten Erdbeben gehört das Kantō-Erdbeben, das 1923 weite Teile der Region erschüttert und zerstört hatte. Zu einem der schwersten Erdbeben gehört das Kantō-Erdbeben, das 1923 weite Teile der Region erschüttert und zerstört hatte. Ein weiteres schweres Beben der Stärke 7,1 erschütterte Japan am 11. März 2011. Es betraf die nördliche Ostküste von Honshu und der miteinhergehende Tsunami richtete große Schäden an mehreren AKW's an.

Darüber hinaus, dass Tōkyō als geologischer Punkt wichtig ist, bildet es ebenso ein kulturelles Zentrum. Hier sind viele Theater zu finden. Zum einen die traditionellen Nō- und Kabuki-Theater, aber auch Liebhaber von Symphonien oder modernen Stücken kommen hier nicht zu kurz. Wer sich für Geschichte und die Antike interessiert, hat eine Vielzahl an Möglichkeiten, in ein Museum zu gehen. Als eine der schnelllebigsten und modernsten Städte, die die Welt hat, verbindet Tōkyō dennoch Modernes und traditionelles sehr gut. Als architektonischer Augenschmaus sind da beispielsweise der Kaiserpalast, der Akasaka-Palast, Asakura-Schrein, Meiji-Schrein und die altertümlichen Gebäude der Keiō-Universität zu nennen. Dem gegenüber stehen die modernen und konventionellen Bauwerke, wie die Rainbow Bridge, das Tōkyō Baycourt Club Hotel, die Gebäude der Technischen Universität Tōkyō, der Sitz der Präfekturverwaltung Tōkyō und natürlich nicht zu vergessen der Tōkyō Tower als Wahrzeichen der Stadt. Als weitere unerlässliche Sehenswürdigkeiten sind der Tōkyō Dome, der Ueno Park sowie der Tsukiji-Fischmarkt, der den größten Fischmarkt der Welt darstellt, zu erwähnen. Tōkyō bietet weiterhin über 100 Parkanlagen, die die dichte und hohe Bebauung etwas auflockern und freundlicher erscheinen lassen. Zudem gibt es auch eine große Anzahl an Vergnügungsparks, wie den Tōkyō Sea life Park, den Ueno-Zoo oder das Tōkyō Disney Resort.






Bildung wird in Japan ganz groß geschrieben. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass in der größten Stadt Japans auch gleichzeitig die meisten Bildungseinrichtungen zu finden sind. Allein ein Viertel aller Hochschulen des Landes sind in Tōkyō zu finden. Zu den bekanntesten zählt wohl die Tōdai, was die Abkürzung für „Tōkyō Daigaku“ und somit die Universität Tōkyō ist. Sie gilt als eine der besten und renommiertesten Universitäten in ganz Japan und wurde 1877 gegründet. Nach einem Abschluss von dieser Hochschule soll einem die Welt offen stehen, da man damit die besten Berufschancen hat, die man sich erträumen kann. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass japanische Schüler manchmal bis zum Abwinken in so genannten Paukschulen lernen, um die schwere Aufnahmeprüfung zu bestehen. Manche nehmen sich sogar ein ganzes Jahr nach ihrem Abitur zum Lernen Zeit, aus Angst, es sonst nicht schaffen zu können. Zu den weiteren sehr populären Universitäten in Tōkyō gehören die Keiō-Universität, in der unter anderem ARASHI-Mitglied Sakurai Shō studierte, sowie die Waseda-Universität, die mit eingeschriebenen Studenten wie Yuya Tegoshi von NEWS oder KAT-TUNs Yuichi Nakamaru prahlen kann.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts hat auch die Wirtschaft eine immer größere Rolle in der Region in und um Tōkyō gespielt. Hier konzentrieren sich vor allem moderne Großindustrien, darunter besonders hervorzuheben der Bereich der Schwerindustrie. Auch die Leicht- und Elektroindustrie darf, wenn man an diese Region denkt, nicht vernachlässigt werden. Unter den Zweig der Leichtindustrie fallen hier beispielsweise chemische Produkte, Kameras, Metallwaren, aber auch Nahrungsmittel und Textilien.




Die bevölkerungsreichste Stadt der Welt ist zu jeder Tageszeit von Menschen überfüllt, die auf dicht gedrängten Straßen ihre Wege gehen. Zudem ist sie auch eine der sichersten Städte der Welt, in der die Zahl der Gewaltdelikte und Verbrechen vergleichsweise gering ist. Trotz eines sehr guten Verkehrsnetzes und einer guten Infrastruktur sind Bahnen vor allem zur Hauptverkehrszeit überfüllt, sodass es sogar spezielles Bahnpersonal zum Hineinschieben der Fahrgäste gibt. Die Straßen sind überfüllt und alles ist so dicht gedrängt, dass Fahrschulen und Tennisplätze auf Dächern ihren Platz finden. Nichtsdestotrotz bildet Tōkyō ein sehr wichtiges kulturelles, finanzielles und vor allem wirtschaftliches Zentrum Japans, das leider schon bald durch die hohen Grundstückspreise und die hohe Zahl an Erdbeben den Titel als Japans Hauptstadt verlieren könnte.
 
Autor: Justyna Rasinska
Lektor: Laura Schubert /  lour
Grafiker: Nathalie Schöps /  unbekannt
Datum d. Artikels: 21.09.2010
Bildcopyright: Wikipedia


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