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Die kleine Okko erfährt den Verlust ihrer Eltern bereits sehr früh. Doch zum Glück erhält sie Unterstützung aus der Geisterwelt...!

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Aktuell in Japan:
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Halloween in Japan

 
Japan hat schon einige Feste aus dem Westen übernommen und an die landeseigenen Bedürfnisse angepasst. So ist zum Beispiel das japanische Weihnachten oder der Valentinstag nicht das, was der Westen kennt und eigentlich darunter versteht. Genauso äußert es sich auch mit Halloween: Es ist irgendwie anders...
Hässlich lachende Kürbisfratzen, Zombies mit herunterhängenden Hautfetzen, freche Geister und flinke Fledermäuse – alle Jahre wieder wird am 31. Oktober Halloween gefeiert. Das vor allem in Europa und den USA bekannte Gruselfest ist für manch einen der Höhepunkt des Herbstes und an diesem Tag wird weder mit Kunstblut noch mit Süßigkeiten gespart. Doch wie sieht das Ganze eigentlich in Japan aus?


Bis vor rund 15 Jahren war Halloween in Japan noch gar kein Thema. Der Name war nur Englischlernenden überhaupt ein Begriff und tobten an diesem Tag doch mal ein paar Monster und Zombies durch die Straßen, verbargen sich unter der Verkleidung meist Ausländer.
Die ersten kommerziellen Schritte in Richtung Halloween machte das Disneyland in Tokyo im Jahre 1997: Der Vergnügungspark lud seine Gäste ein, an der „Disney Happy Halloween“-Feier teilzunehmen. Drei Jahre später veranstaltete der Park die „Halloween Twilight Parade“, zu der Besucher, wie auch die Disneycharaktere selbst, themenbezogene Kostüme trugen.
Universal Studios Japan in Osaka sprangen 2002 auf den Zug auf und veranstalteten das Event „Hollywood Halloween“, welches von den Besuchern ebenfalls freudig angenommen wurde.

Seither hat Halloween auch in Japan Einzug gehalten. Allerdings ist die Japan-Variante – wie so vieles auf der Insel – etwas anders, als für den europäischen oder amerikanischen Halloween-Fan bekannt: Der Bezug zu Verstorbenen und der jenseitigen Welt, den Halloween ursprünglich innehat, ist in Japan nicht gegeben. Ein Fest, welches dieses Thema behandelt, haben die Japaner längst: „O-bon“. Halloween in Japan ist daher in erster Linie ein großes Verkleidungsfest. Die Frankensteins und Krüppelhexen muss man allerdings mühselig suchen, denn die Verkleidungen sind so vielfältig, wie wir es im deutschsprachigen Raum von den Cosplayern auf zahlreichen Conventions gewohnt sind. Sailor Moon, Miku Hatsune oder Doraemon zu Halloween auf den Straßen anzutreffen ist also völlig normal. Auch mit Feen in Pastell- oder Regenbogentönen muss man rechnen, ebenso wie mit Disney Prinzessinnen. Aber wer fleißig Ausschau hält, findet doch noch die ein oder andere blutige Krankenschwester.



Mit der „trick-or-treat“-Sache, also „Süßes oder Saures“ (eigentlich „Süßes – sonst gibt’s Saures“=Streiche), verhält es sich ebenfalls etwas anders: Während wir es gewohnt sind, dass die Kinder und Teenager jedes Haus der Nachbarschaft abklappern und um Süßigkeiten bitten, gibt es in Japan strickt vorgeschriebene Zonen, in denen solch ein Verhalten erlaubt ist – und diese Zonen sind recht rar.

Halloween ist in Japan somit aus ähnlichen Gründen aufgenommen worden wie zuvor schon Weihnachten oder Valentinstag: In erster Linie um kommerzielle Zwecke abzudecken, aber natürlich auch um Spaß zu haben. Die historischen Hintergründe solcher Feste fallen jedoch, kulturbedingt, unter den Tisch (wo vielleicht gerade in diesem Moment ein kleines Monster lauert).


Autor: Kathia Krüss
Lektor: Carolin Titze
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 24.10.2014
Bildcopyright: Wikimedia Commons, pixabay.com


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