Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Wir haben uns Halloween zum Anlass genommen, euch auf ein paar dämonische Wesen, die in Japan ihr Unwesen treiben, aufmerksam zu machen. Wie ihr ein Aufeinandertreffen vermeidet und was ihr im Fall der Fälle tun könnt, erfahrt ihr in unserem Special!

Weiterlesen

Datenbank: 123 | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Twittern Auf Facebook teilen

COLOR

Die Punkband COLOR zeichnete sich durch mehrere besondere Merkmale aus. Nicht nur, dass ihr Sänger Dynamite Tommy der Gründer des Independent-Labels Free-Will ist, nein: Trotz steigender Verkaufszahlen tauschten sie kurz nach Erringen des Major-Status selbigen wieder mit dem Dasein als Indie-Band ein.
 
Profil
Infobox

Art
Band, aufgelöst (2003)

Gründung
1985

Musikstil
Rock, Punk

Im Jahre 1985 rief Hiroshi Tomika, auch bekannt als „Dynamite Tommy“, in Osaka die Punkband COLOR ins Leben. Als Sänger fand sich Iku, Bell zupfte den Bass und hinter den Drums saß Hide. Tommy selbst spielte zum damaligen Zeitpunkt Gitarre. Doch bereits im darauffolgenden Jahr zerbrach das Line-Up und Tommy stand erst einmal alleine da. Zunächst fanden sich Ikuo für den Bass und Hideki an den Drums, aber auch die beiden blieben nicht lange anwesend. Mit der anschließenden Wahl neuer Mitglieder sollte Tommy jedoch mehr Glück haben: Tatsuya und Cindy übernahmen beide jeweils die Position an den Gitarren, womit Tommy zum Gesang wechselte. '87 wurden auch die übrigen Positionen belegt - mit Remmy am Bass und Takahashi an den Drums.
Im März desselben Jahres erschien ihre erste Single „Molt grain“, bevor '88 dann noch einmal das Line-Up neu gewürfelt wurde: Marry war fortan der neue Bassist und Toshi der Mann hinter den Drums.

COLORs Debut-Album „Gekitotsu“ erschien ebenfalls in diesem Jahr und stellte eine ernst zu nehmende Konkurrenz für das Debut-Album „Vanishing Vision“ von X (später X Japan) dar. Doch trotz der augenscheinlichen Rivalität zwischen den beiden Gruppen, gaben sie Gastauftritte auf den Scheiben der jeweils anderen Band.
Im Frühjahr 1989 erschien die EP „Fools! Get Lucky!!“, die ebenfalls einen deutlichen Erfolg verzeichnen konnte. Daraufhin wurden COLOR von Crown Records (später Nippon Crown) unter Vertrag genommen und erhielten dadurch Major-Status. Ende des Jahres erschien ihr erstes und auch einziges Major-Album „Ask the Angels“, dessen Texte ursprünglich in Englisch geschrieben worden waren. Das Label hatte jedoch vor, die Musik der fünf Jungs auf die Mainstream-Schiene zu lenken und ließ einige der Songs auf Japanisch umschreiben. Auch die Outfits, bestehend aus kunterbunten Haarsprayfrisuren und rocker- bis punkhafter Kleidung, wollte Crown Records normalisieren.

1990 startete ihre erste Major-Tour, um das „Ask the Angels“-Album zu promoten. Allerdings kam es bei einem dieser Konzerte unter den Besuchern zu Tumult, was einen Fan das Leben kostete. COLOR zogen die Konsequenzen daraus und entschieden sich, ihren Major-Status wieder aufzugeben, um künftige Massenhysterien wie diese zu vermeiden. In Folge dessen war ein halbes Jahr lang erst einmal Ruhe angesagt. In dieser Zeit gründete Tommy mit dem damaligen Kamaitachi-Drummer Crazy Danger Nancy Ken-chan, kurz „Kenzi“, die Session-Band Sister's no Future und Marry tat sich mit dem Gitarristen You Adachi (Dead End) zusammen, wobei die Band Goatcore entstand.

Wieder als Indie-Band traten COLOR im Juli 1991 mit der Single „The Exhibition“ in Erscheinung. Ein Jahr darauf erschien ihr Album „Cherry's World“ - ihr erstes, seit sie den Major-Vertrag verloren hatten. Es folgte noch ein Selbstcover-Album, bevor im Oktober 1994 ihr letztes Studio-Album „Galaxy“ das Licht der Welt erblickte. Dieses verzeichnete jedoch einen deutlich anderen Sound als seine Vorgänger, was womöglich mit Tommy's parallelem Schaffen bei Sister's no Future in Verbindung gestanden haben könnte. 1995 tourten COLOR zum letzten Mal in dieser Besetzung, dann verliefen sich die Spuren der Band langsam im Sand.

2001 oder 2002 trat Bassist Marry G.D.Flickers bei. Am 14. Juni 2002 geriet er jedoch in einen Verkehrsunfall, bei welchem er verstarb. Ein Jahr nach seinem Tod hielten die übrigen Mitglieder von COLOR ein Gedenkkonzert für ihn ab. Den Part am Bass übernahm für diesen Auftritt Den, Bassist bei By-Sexual, Support-Mitglied bei Sister's no Future und guter Freund sowie ehemaliger Roadie der Band. Erst auf diesem Konzert verkündete Dynamite Tommy das offizielle Aus von COLOR. Jedoch wird seit 2003 jedes Jahr ein Memorial-Konzert zu Ehren Marrys abgehalten.

Bereits im Jahre 1986 hatte Tommy das Independent-Label Free-Will ins Leben gerufen, welches er auch nach der Auflösung von COLOR weiter führte. Bands, die bei dem Label unter Vertrag standen, waren u.a. Dir en grey, By-Sexual, Rentrer en Soi und Speed-ID.
Im September 2007 wurde Tommy jedoch, zusammen mit seinem Geschäftspartner Kazunori Murasaki und Koichi Kaku, einem früheren Angestellten der Werbeagentur Asatsu-DK, verhaftet. Das Trio wurde beschuldigt, die Agentur um rund 2,8 US Dollar betrogen zu haben, indem die Produktion von Musikvideos in Auftrag gegeben und anschließend an andere Firmen als Unterauftrag vergeben wurde. Während Kaku sich als schuldig bekannte, bestritt Tommy jegliche Mitwirkung.

 


Musikstil Die Musik von COLOR ist Punkrock mit einer Prise Ohrwurmcharakter. Die allgemeine Instrumentalisierung wurde meist recht simpel gehalten und schaffte es dennoch zu überzeugen. Besonders auffällig war Tommys dunkle, raue und irgendwie disharmonische Stimme, die sich zum Brüllen wahrlich besser eignete als zum Singen - was aber wiederum den Punkcharakter ihrer Songs widerspiegelte.
Mit dem Album „Cherry's World“ nahmen die Popelemente stellenweise etwas zu, bevor es dann mit „Galaxy“ stark techno- und trancelastig wurde. Der Sound ähnelte zu diesem Zeitpunkt sehr dem Sound der Band Sister's no Future, in welcher Tommy parallel zu COLOR aktiv war.

Was an der Optik der Band am auffälligsten war, war, neben den riesigen Frisuren, die farblich oft dem Regenbogen glichen, das bewusst schluderig gewählte Punkoutfit von Tommy; ebenso die Tatsache, dass Toshi sowohl auf der Bühne als auch in Musikvideos fast ausschließlich mit einer Maske anzutreffen war, die manchmal an Jason aus „Freitag der 13.“ erinnert hat.
 



Mitglieder Gesang: Hiroshi „Dynamite Tommy“ Tomika
Gitarre: Tatsuya Niimi
Gitarre: Cindy
Drums: Toshi
 
ehemalige Mitglieder:
Gesang: Iku (1985)
Bass: Bell (1985)
Bass: Ikuo (1986)
Bass: Remmy (1987 – 1988)
Bass: Naotaka „Marry“ Nakano (1988 – 2002; verstorben)
Drums: Hide (1985)
Drums: Hideki (1986)
Drums: Takahashi (1987 – 1988)



Diskographie Japan
Datum Titel Typ
14.09.2005 Memoir 5 Tribut-Album
16.12.1996 The Best Compilation
00.10.1994 Galaxy Album
25.12.1992 Remind Selbstcover-Album
31.07.1992 Cherry's World Album
21.08.1991 Color Live! Shock Treatment and Rebirth Live-Album
21.07.1991 The Exhibition Single
17.07.1991 The Exhibition Video
21.05.1991 Land of Revolution Video
16.03.1991 Extremism: Best of Color Compilation
16.12.1990 Rebirth Video
21.08.1990 Some become stranger Single
21.05.1990 Overwhelming Superiority Video
21.02.1990 Back tonight 5th moon Single
05.12.1989 Ask the Angels Album
07.10.1989 Shock Treatment Video
06.06.1989 Broken Tavern Single
08.03.1989 Fools! Get Lucky!! EP
26.11.1988 Sandbag Baby II Single
23.11.1988 Sandbag Baby I Single
21.01.1988 Gekitotsu Album
23.03.1987 Molt grain Single
Autor:
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 23.02.2012
Bildcopyright: COLOR


X